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Quelle: themoviedb.org

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Inhalt

Charley Waite und Boss Spearman sind die Letzten ihrer Art. Wo 1882 die Zäune der Zivilisation den Westen Amerikas noch nicht erreicht haben, treiben sie ihre Rinder über freies Weideland - unterstützt vom sanftmütigen Riesen Mose und dem jungen Mexikaner Button. Es ist ein hartes, aber von der Schönheit der Natur versöhntes, Leben. Bis zu dem Zeitpunkt, als sie das Reich eines Tyrannen streifen: Rancher Baxter, der das Örtchen Harmonville fest in seiner Hand hat, hasst die sogenannten "Freegrazer" - wie die vier Cowboys, die vom Land leben, selbst aber keines besitzen. Und wider Willen sehen sich Waite und Spearman in einen gnadenlosen Kampf verstrickt, der über ihre Zukunft und die aller Bewohner von Harmonville entscheidet...
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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Wendet man die These der besonderen Wichtigkeit des ersten Eindrucks auf Kevin Costner in der Rolle des Regisseurs an, dürften Lobeshymnen angebracht sein. Mit seinem Monumentalwerk Der mit dem Wolf tanzt gelang ihm im Jahre 1990 ein Regiedebüt, wie es sich nicht besser erträumen lässt. Der mit einer stolzen Lauflänge und epischen Bildern gesegnete Western kam bei Publikum und Kritikern gleichermaßen gut an und räumte ganze sieben Oscars ab. Kaum zu glauben, dass Kevin Costner im Anschluss an diesen überwältigenden Einstand nur noch bei zwei weiteren Filmen Regie führte. Mit Postman wagte er sich 1997 an eine dystopische Zukunftsvision – und scheiterte. Da half auch nicht, dass er sich seiner Stärken auf dem Gebiet des Westerngenres bediente und ein post-apokalyptisches Amerika in Westernatmosphäre zeigte: seine zweite Regiearbeit wurde ein Flop. 2003 ging Costner dann auf Nummer sicher und inszenierte mit Open Range - Weites Land einen weiteren Western in klassischer Manier. Seine Entscheidung erwies sich als Segen für das vom Aussterben bedroht geglaubte Genre.

Auf der Grundlage eines Romans von Loran Paine erzählt das Drehbuch von Craig Storper die Geschichte um den Revolverhelden Charley Waite (Kevin Costner), der sein Leben in ruhigere Bahnen gelenkt hat und als Viehtreiber für den erfahrenen Boss Spearman (Robert Duvall) arbeitet. Als sie in einen Konflikt mit dem einflussreichen Rancher Denton Baxter (Michael Gambon) geraten, sieht sich Charley Waite gezwungen, seine Fähigkeiten im Umgang mit dem Revolver erneut unter Beweis zu stellen. Open Range schlägt zu Beginn ein geruhsames Tempo an und bietet dem Zuschauer die Gelegenheit, die Atmosphäre von saftig grünen Wiesen, knisternden Lagerfeuern und ruppigen Männergesprächen voll und ganz auszukosten. Dabei hält sich Kevin Costner als verschlossener, misanthropischer Westernheld angenehm im Hintergrund und überlässt seinem Boss Robert Duvall über weite Strecken das Feld, der auf charismatische und warmherzige Art und Weise die Zügel in die Hand nimmt. Die bunt zusammengewürfelte Crew der Viehtreiber besteht außerdem aus dem gutmütigen Kraftpaket Mose (Abraham Benrubi) und dem jungen Heißsporn Button (Diego Luna). Zusammen sorgen die vier so unterschiedlichen Charaktere für eine Reihe von witzigen und berührenden Szenen.

Die klassischen Handlungsmotive eines Westerns sind fein säuberlich in eine solide, auf altbewährte Mittel zurückgreifende Inszenierung eingebettet. Trotzdem wartet Open Range auch mit Überraschungen auf. Zum einen lässt er keinen Zweifel über die Rohheit des Wilden Westens aufkommen, indem er auf drastische Weise die noch so sympathischen Figuren blutige Rache ausüben lässt und Gewalt mit Gegengewalt begegnet. Zum anderen entgleitet die Romanze zwischen Charley Waite und Sue Barlow (Annette Bening), der Schwester des schwer beschäftigten Arztes der Ortschaft, in ein zeitintensives, blumenumranktes, sonnenbeschienenes und daher leicht deplatziertes Stelldichein. Auch wenn Annette Bening als gute Seele des Films dem Freiheitsgefühl der weiten Horizonte durch ihre Fürsorge und Zuverlässigkeit ein Heimatgefühl hinzufügt, hätte das gegenseitige Begehren zwischen ihr und dem unbeständigen Helden dezenter verpackt werden können. Andererseits fügt sich diese pathetisch breitgetretene Liebesgeschichte nahtlos in Kevin Costners Aufbereitung eines Westerns, der immer auch ein konservativer Beigeschmack anhängt.

Was der Film in seiner besonnenen Erzählweise in der ersten Hälfte vorbereitet und sich in der bedrohlichen Ruhe von Charley Waite wiederspiegelt, entlädt sich in einem wuchtigen Showdown in der zweiten Hälfte. Die Bilder von Kevin Costner, wie er den Revolver als Dauerfeuerwaffe einsetzt, dürften nicht nur Westernliebhabern noch lange im Gedächtnis bleiben. Auch wenn die Gegner, abgesehen von ihrem eindrucksvoll von Michael Gambon gemimten Anführer, ein weitestgehend anonymer Haufen bleiben und trotz ihrer Überzahl etwas an Bedrohlichkeit vermissen lassen, lässt sich ein Mitfiebern nur schwer verhindern. Einmal mehr wird ein kleines Städtchen im Westen der USA aus Ermangelung an fähiger Justiz zum Schauplatz von blutiger Selbstjustiz. Mit seiner dritten und bisher letzten Regiearbeit beweist Kevin Costner erneut, dass ihm der Western im Blute steckt.

Fazit

Bei seinem dritten Mal auf dem Regiestuhl besinnt sich Kevin Costner auf seine Stärke für den klassischen Western, die er mit seinem Debüt „Der mit dem Wolf tanzt“ so eindrucksvoll unter Beweis stellte. „Open Range – Weites Land“ ist ein konventionell inszenierter Western, der seinen wunderbar ungleichen Charakteren Zeit zur Entfaltung bietet und sie dann in einen ohrenbetäubenden Showdown schickt. Auch wenn die Romanze etwas weniger blumig hätte ausfallen dürfen, ist Costners Werk ein gelungener Beitrag zur überschaubaren Gruppe der Neo-Western. Ein prächtig bebilderter und emotional mitreißender Revolverheldenfilm.  

Kritik: Jonas Göken

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